Kröte, Mukkel, Urlaub

Manchmal hat man Pech

Eigentlich wollte ich euch diese ganze Woche mit Urlaubsbildern zu spamen. Ohne Hemmungen, jeden Tag. Bilder und Geschichten ohne Stress und Hektik sollten es sein, nur wollen, nichts müssen. Meer, Strand, lachende Kinder und entspannte Eltern. Bildern von gefundenen Haifischzähnen und den schönsten Muscheln, die ihr je gesehen habt.
Tja und in der Realität fand ich mich zwei Tage vor Abreise mit starken Bauchschmerzen in der Notaufnahme des Krankenhauses wieder. Nach stundenlanger Warterei, Ultraschall, Blutuntersuchungen und Arztgesprächen stand dann fest: entzündeter Blinddarm. Entsetzt sagte ich dem Arzt, dass ich dafür gerade keine Zeit habe, wir wollen in den so herbeigesehnten Urlaub fahren. Nach einer kleinen Diskussion traf ich eine (nicht unbedingt die klügste und verantwortungsvollste) Entscheidung. Ich verließ gegen ärztlichen Rat und mit vielen verschiedenen Antibiotika das Krankenhaus.
Zuhause erzählte ich dann, dass wir wie geplant fahren können. Mein Mann schaut mich einen Moment entgeistert an und lachte dann ungläubig. SO würde er mit mir, außer ins Krankenhaus, nirgendwo hinfahren. Schon gar nicht das Land verlassen… Auf Instagram hatte ich kurz berichtet.

Ich legte mich gefrustet ins Bett und leidete angemessen (weniger wegen des gereizten Blinddarms als wegen meiner gereizten Stimmung). Am nächsten Tag hatte ich mich dann einigermaßen mit der Situation abgefunden und überlegte was ich tun sollte. Mein erster Weg führte mich am Montag zum Hausarzt. Von der Ärztin bekam ich dann sehr deutlich zu hören, was sie von meiner Entscheidung das Krankenhaus eigenmächtig zu verlassen hielt. Sie schickte mich mit einer Krankenhauseinweisung (höchstens zum Koffer packen nach Hause und dann) schnellstmöglich ins Krankenhaus. Dort verbrachte ich dann einen weiteren Tag in der Notaufnahme (selbst Schuld, ich weiß). Mit dem Ergebnis, dass ich am frühen Nachmittag entlassen wurde! Zwar zeigte der Ultraschall eindeutig einen weiterhin entzündeten Blinddarm, die Blutwerte waren jedoch durch die Antibiotikaeinnahme deutlich besser. Zwei Ärzte diskutierten zu meinem Unglück in meinem Beisein um das Pro und Contra der stationären Aufnahme. Beim nächsten Mal, liebe Chirurgen, tragt Sorge, dass der Patient nicht dabei ist. Es ist nämlich sehr verunsichernd und wenig vertrauenerweckend. Am Ende musste Dr. Pro in den OP, Dr. Con nutzte seinen dadurch entstandenen Vorteil und entließ mich.
Nun sitze ich zu Hause, nehme 6 Tabletten Antibiotika täglich und hoffe, dass mir eine OP erspart bleibt.

Nachdem die Enttäuschung und der Ärger über den geplatzten Urlaub etwas abgeflaut ist, versuche ich mich zu besinnen. Natürlich ist es traurig dass wir nicht ans Meer fahren konnten. Gerade für den Mukkel, der sich schon so sehr gefreut hatte und unbedingt nach Fossilien von Meeressauriern suchen wollte. Haifischzähne hätten ihn auch sehr begeistert und genügt vermute ich. Oder einfach nur Muscheln. Steine. Irgendwas. Andererseits habe ich wohl Glück gehabt, weil ich um eine Operation herumkomme und mir der Blinddarm an den ersten Tagen meiner unklugen Entscheidung nicht geplatzt ist.

Und die Fossilien liegen schon so lange herum, da werden sie bitte hoffentlich noch etwas länger bleiben und sich später vom Mukkel finden lassen. Solange vertreiben wir uns die Zeit mit Lego-Dinosaurier-Welten, dem Elbstrand und riesen Seifenblasen.

2 thoughts on “Manchmal hat man Pech”

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