Alltagsallerlei, mutterliebe, Normaler Wahnsinn

Muss man Kinder mögen?

Besonders wenn man Mutter oder Vater ist, muss man dann Kinder mögen? Die eigenen hoffentlich schon.  Aber fremde Kinder? Alle Kinder? Ich gestehe, es gibt Kinder, die kann ich nicht ausstehen. Und manchmal weiß ich nicht mal warum.

Es gibt sie, diese Kids, die unhöflich, frech und vorlaut sind. Die auf dem Spielplatz andere Kinder wegdrängeln und rumkommandieren.

Und manchmal gibt es das ein oder andere Kind, da stimmt die Chemie einfach nicht. Es tut gar nichts besonderes, aber ich mag es trotzdem nicht. Und bin deshalb hin- und hergerissen.

Muss ich als Mutter tolerant gegenüber Dingen bei Kindern sein, die ich bei Erwachsenen nicht leiden kann? Ich wünsche mir ja auch, dass meine Kids gemocht werden.

Was ist, wenn das eigene Kind gerne Zeit mit einem anderen Kind verbringt, welches man selbst nicht ausstehen kann? Weil es Eigenschaften zeigt, die man nicht leiden kann? Augen zu und durch? Hoffen, dass es sich mit der Zeit verwächst oder die Freundschaft nicht hält?

Früher wollte ich nie Kinder. Ich fand manche Kinder ganz niedlich (vor allem Babys) aber Kinder allgemein fand ich meist langweilig bis nervig. Ich wollte lieber mit Menschen zu tun haben, die bereits eine eigene Biographie hatten.  Die Sache ist aber auch, ich hatte nie viel mit Kindern zu tun. Womöglich hängt beides zusammen.

Versteht das nicht falsch, es ist nicht generell so, dass ich alle Kinder außer den meinen nicht mag. Eine emotionale Verbindung, also richtige Zuneigung, kommt durchaus vor, ist aber eher selten.

Dabei bin ich von meinen eigenen Kindern oft viel schneller genervt als von fremden Kids. Macht das irgendeinen Sinn für euch?

Es gab mal ein Kind, dass sich wirklich, wirklich daneben benommen hat. Er war mit seinen 4 Jahren schon so gerissen und berechnend – puh. Die Mutter machte einen netten, entspannten Eindruck. Wir saßen nebeneinander. Allerdings hat mir überhaupt nicht gefallen, dass sie nie ernsthaft eingegriffen hat. Nicht mal, als andere Kinder  von ihren Eltern Ärger bekamen, weil sie sich energischer wehrten und zurückschubsten oder schlugen. Allerdings war die Mutter schnell zur Stelle um zu trösten, als ihr Sohn weinte, weil ein anderes Kind zurück geschubst hatte.

Und wie ist das, wenn man die Eltern mag aber die Kinder nicht? Ist dass überhaupt vereinbar? Da gibt es ein Mädchen, dessen Mutter wirklich sehr nett ist. Wenn wir uns treffen, außerhalb deren Hauses, sitzt dieses Mädchen jedoch NUR auf dem Schoss der Mutter, klammert sich fest und starrt die Menschen um sich an. Es sagt nichts. Auch nicht, wenn es angesprochen wird. Das empfinde ich als sehr anstrengend. Der Mukkel sagte auch schon mal zu ihr: „Wir sind doch zum spielen hier. Los, komm doch auch spielen!“ Nützte leider nichts.

Ist es die Erwartungshaltung der Gesellschaft, Kinder mögen zu müssen? Weil sie klein, süß und hilflos sind? Natürlich bin ich höflich zu allen Kindern, aber eben auch distanzierter, wenn es zwischenmenschlich nicht funkt.

Wie alt darf ein Kind sein, dass  man es ungestraft nicht mögen darf?

Ich will nicht pauschalisieren, es gibt Kinder, also fremde ;), die mag ich. Sehr! Und dann gibt es halt die anderen Kids…

Wie ist es bei euch? Kind = Sonderstatus? Oder sind Kinder auch nur Menschen?

Lieblingsmensch

4 thoughts on “Muss man Kinder mögen?”

  1. Es gibt Leute, die mag man und es gibt solche, die einen unsympathisch sind.
    Und so geht es mir auch mit Kindern, Babys etc.

    Selbst in Hannah Gruppe ist ein Junge, den ich absolut nicht ausstehen kann.
    Er haut, beißt und schubst extrem und ist mir echt unsympathisch, obwohl er selbst nicht mal viel dafür kann.
    Er wird wohl zwischen getrennten Eltern hin- & her gereicht und muss jeden Tag von 6-18 ihr in die Kita…die Erzieherinnen sagen auch, dass es einfach zu viel für ihn ist.
    Tut mir auch leid, aber wenn ich ihn dann frech grinsend seh, wird mir ganz anders.

    Ich erwarte ja auch nicht, dass jeder meine beiden Liebling mag. Weder vom Charakter noch vom aussehen her.😊

    Gefällt 1 Person

  2. Ich wollte schon längst mal diesen Beitrag kommentieren,weil ich darüber auch schon oft nachgedacht habe.
    Ich bin fest der meinung,man muss nicht alle Kinder mögen,nur weil es kinder sind. Mir geht es auch oft so. Ich merke aber,dass ich innerlich den kindern immer wieder eine zweite Chance gebe. Sie entwickeln sich ja noch…
    Wir haben das Problem im freundeskreis. Die kinder unser besten Freunde sind anstrengend und es gibt immer wieder phasen,wo dieses anstrengende ein negatives Gefühl hinterlässt. An der Erziehung kann es nicht liegen,da handeln wir ähnlich.
    Trotzdem bleibt die freundschaft,man reisst sich zusammen,da man sich auch nur 2-3 mal im jahr sieht und hofft,dass sich das verwächst…
    Lg
    ulrike

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    1. Hallo Ulrike,
      bei Kindern hat man wirklich irgendwie eine Hemmschwelle zum „nicht mögen“ zu überwinden. Komisch dass es so ist. Vielleicht eine Art Welpenschutz? Ich bin froh, dass ich nicht allein so fühle.
      Alles Liebe
      Simona

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