Kröte, Kur, Kurtagebuch, Mukkel

Schlechter Start.

Der Tag beginnt mit Tetris für Fortgeschrittene. Neben je 2 Jacken und Winterhosen habe ich auch die Wathosen für die Jungs eingepackt, der Kinderwagen und das Laufrad soll auch mit. Sandspielzeug und jede Menge Schuhe werden auch gebraucht. Kurz überlege ich einfach den Wohnwagen vollzupacken – verwerfe den Gedanken aber doch recht schnell wieder. Aber 3 Wochen im Winter mit 2 Kindern und 1 Erwachsenen wo man von Schwimm- bis Sport- über Draußenbekleidung wirklich alles braucht, da kommt schon einiges zusammen. Puh! Zum Glück hat mein Mann alles ins Auto bekommen, auch wenn wir zwischendurch kurz verzweifelten.
Nachdem das geschafft war, haben wir die Jungs aus dem Kindergarten bzw. dem Spielkreis abgeholt und sind direkt Richtung Ostsee weiter gefahren.

Es geht los!

In der Mutter-Kind-Klinik angekommen wurden wir nett begrüßt, bekamen die Schlüssel und auch gleich die ersten Termine für den nächsten Tag überreicht.

Ich war sehr neugierig auf unser Zimmer. Es war größer als ich erwartete, insgesamt sogar 3 Zimmer plus Bad und Balkon. Die Dusche hat eine extra tiefe Wanne, als Badewanne für die Jungs eignete sie sich super!

Es wartete eine Überraschung auf mich: Ein wunderschöner Blumenstrauß vom besten Ehemann der Welt! Kein Wunder, dass beim Abschied auch die ein oder andere Träne lief. Ich bin aufgeregt, wie die 3 Wochen werden und laut Terminplan muss ich die Jungs auch gleich morgen früh in die Kindergartengruppen abgeben. Jeder in eine Andere.

Blumengrüße vom Liebsten

Abends bereite ich alles für den nächsten Tag vor und beschrifte die Schuhe und Klamotten der Jungs mit ihrem Namen, wenn sie es nicht schon sind.
Ich bin aufgeregt, was die Betreuung angeht. Wird alles klappen?

Die Nacht war schlimm. Die Betten sind alles Einzelbetten. Natürlich will Mukkel bei mir schlafen, aber das Bett ist so eng, dass ich nur auf der Seite liegen kann. Dazu schmerzt meine linke Seite, ich glaube meine Niere, sehr. Mukkel liegt mit seinem kleinen warmen Körper dicht an mir und wärmt die Stelle. Er heilt mich.
Kröte schläft im Nebenbett sehr sehr unruhig. Immer wieder hustet er, wirft sich herum oder macht laute, brummende  Geräusche.
Ich kann nicht schlafen. Es ist ungemütlich und eng, kalt, mein Rücken schmerzt. Immer wieder muss ich zu einem der Kinder. Beide wollen  nur schlafen, wenn ich neben ihnen liege. Aber zu dritt passen wir unmöglich in ein Bett. Ich überlege, zur nächsten Nacht die Matratzen im Wohnzimmer auf den Boden zu legen.
Endlich ist es 05:00 Uhr und ich gebe die Versuche die Kinder zum schlafen zu bringen auf.
Schnell dicke Socken an, denn nirgendwo liegt Teppich, und schon sind wir aus dem Bett. Mukkel friert. Die Heizung springt erst gegen 06:30 Uhr wieder an. Ich gebe ihm eine Strickjacke.
Ich dusche heiß und mache uns dann fertig. Irgendwann ist es 07:00 Uhr und wir können endlich frühstücken.
Kröte ist sehr ruhig. Er gefällt mir nicht. Er isst auch kaum. Mukkel verputzt glücklich 2 kleine Brötchen mit Nutella und einen Kakao. Er spült alles mit Wasser hinunter. Als wir fertig sind, gehen wir zügig wieder hoch, packen die vorbereiteten Sachen zusammen und suchen Mukkels Gruppe. Ich suche im falschen Teil des Hauses. Endlich finde ich jemanden, der mir den richtigen Weg zeigt. Die Zeit läuft mir davon. Mukkel kommt gut an, beginnt gleich zu spielen. Nachdem ich bin paar Fragen beantwortet habe hetze ich zu Krötes Gruppe, Kröte die ganze Zeit auf meinem Arm. Wie geahnt klappt es mit ihm nicht gut. Er ist sehr traurig und gleichzeitig so teilnahmslos. Er kommt mir schon fast fremd vor. Ich bin hin und her gerissen.
Letztlich gehe ich mit einem ungutem Gefühl und dem Versprechen, angerufen zu werden falls er sich nicht bessert.
Ich renne durchs halbe Haus und komme zu spät zum 08:30 Uhr Termin.
Schnell setze ich mich, bin aber in Gedanken bei Kröte und kann mich kaum konzentrieren.
Zu der Einweisung gehört auch ein Rundgang. Wir kommen an Krötes Gruppe vorbei, er ist nicht zu sehen, aber eine Erzieherin. Sie sagt, er habe sich zwar beruhigt, ich sollte mich trotzdem nicht bei ihm sehen lassen. Ich schleiche mich heimlich an der Gruppe vorbei.

Ich habe meinen ersten Arzttermin. Er sagt ich bin eine sehr lebendige Frau. Er stellt  zusammen mit mir einen Terminplan auf.

Endlich sind meine Termine durch. Ich laufe zur Kröte. Mittlerweile bin ich schweißgebadet. Mein kleiner Junge sitzt, sehr unglücklich aussehend, allein auf einer Matratze.  Er reagiert auf mich mit einem lauten Weinen. Die Erzieher sagten, sie hätten keinen Zugang zu ihm bekommen, standen kurz davor mich anzurufen. Ich ärgere mich, dass sie es nicht taten. Ich nehme ihn auf den Arm, er fühlt sich heiß an.

Ich packe sein Zeug und trage es gemeinsam mit Kröte auf meinem Arm zu Mukkels Gruppe. Er zieht sich gerade um, die Kinder waren draußen. Mukkel ist fröhlich und erzählt und erzählt. Kröte wird endlich etwas lebendiger in Gegenwart seines Bruders.
Wir gehen in unser Zimmer und legen die Klamotten ab, machen uns kurz frisch und laufen zum Essen. Es ist bereits 11:30 Uhr, unser Zeitfenster zum Essen ist bald um.
Kröte isst quasi nichts. Mukkel immerhin einigermaßen. Nach dem wir wieder auf dem Zimmer sind, mache ich Kröte eine Milch. Er soll wenigstens etwas im Magen haben. Dann lege ich ihn schlafen. Mukkel und ich legen uns auf die Couch.
Kröte wacht weinend auf. Ich gehe zu ihm. Er fühlt sich immer noch sehr warm an. Er lässt sich aber trösten und schläft wieder ein. Ich bleibe wach, aus Angst zu verschlafen. Um 14:20 Uhr haben die Kinder einen Azttermin. Als ich Kröte vorsichtig wecken will, setzt er sich auf und kotzt mich voll. Er hat jetzt ohne Frage Fieber. Wir sind ja gleich beim Arzt.
Ich mache uns sauber, beziehe das Bett ab und binde Kröte in die Trage. Wir laufen hinunter zum Arzt.
Die Lungen sind zum Glück frei, das Herz klingt gut. Der Arzt schreibt ihn für morgen krank. Wir gehen zurück in unser Zimmer und Kröte bekommt ein Fieberzäpfchen.
Wir ziehen uns an und gehen raus. Kröte ist warm eingepackt im Buggy mit Fußsack und Mukkel voller Energie.
Die Spielplätze mit ihren riesigen, wunderschönen und sehr liebe- und detailreichen Spieltürmen beeindrucken uns. Das ist der Wahnsinn! Leider dauert es nicht mehr allzu lang, bis es für uns Zeit zum Abendessen ist. Dank des Zäpfchens kehrt etwas Leben zurück in Kröte. Zum Speisesaal läuft er und isst auch eine Kleinigkeit.

Ich gehe sehr müde ins Bett. Mukkel habe ich ins Nebenzimmer gelegt, damit er nicht von Kröte gestört wird. Hoffentlich wird die Nacht besser. Und vor allem Kröte gesund.

Ein Gedanke zu „Schlechter Start.“

  1. Hall simona,
    Ich freue mich von euch zu hören. Da hattet ihr ja wirklich einen unglücklichen start. Kranke Kinder zu hause ist schon nicht so schön,aber kranke Kinder außerhalb und noch zu Beginn,wo man sich noch nicht eingelebt hat, das ist schon hart. Da will man am liebsten wieder nach hause…
    Wenn ich von deiner kur lese,erinnert mich das an meine Mu-Ki-Kur vor 2 jahren. Wir waren im märz,auch nicht gerade die beste jahreszeit. Ich erinnere mich noch an die festen essenszeiten und die manchmal eng gestrickten termine. Da bewundere ich dich,dass du es trotz Malheur von der Kröte noch pünktlich zu den Terminen geschafft hast.
    Ich freue mich auf weitere Berichte von dir.
    Wünsche euch eine ruhige und besinnliche weihnachtszeit.
    Lg ulrike

    Gefällt 1 Person

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